Safe Sex

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Safe Sex

Der Begriff Safer Sex (deutsch ‚sichererer Sex) kam im Zuge der Diskussion um HIV bzw. AIDS auf und beschreibt ein Bündel von Verhaltensweisen und Vorsichtsmaßnahmen, die einzeln oder in ihrer Gesamtheit dazu geeignet sind, das Risiko einer Ansteckung mit sexuell übertragbaren Krankheiten deutlich zu reduzieren. Der Komparativ safer soll darauf aufmerksam machen, dass es keinen absoluten, „sicheren“ (safe) Schutz vor einer Infektion geben kann, dass aber das Risiko deutlich reduziert werden kann, der Sexualkontakt wird „sicherer“ (safer). Im deutschen Sprachraum ist auch die Bezeichnung geschützter Sex üblich.

Die Beachtung der Grundsätze des Safer Sex schützt wirksam vor einer Schwangerschaft (Empfängnisverhütung).

Safer Sex bedeutet, sich so zu verhalten, dass keine Körperflüssigkeiten in den Körper des Partners gelangen und umgekehrt keine Körperflüssigkeiten des Partners in den eigenen Körper gelangen.

 

Entwicklung und Geschichte

Die ersten Ansätze für „Safer Sex“ – in Form der Verwendung von Kondomen aus tierischen Membranen – sind schon über 3000 Jahre alt, dienten aber primär der Empfängnisverhütung, da insbesondere das Konzept des Krankheitserregers lange Zeit unbekannt war.

In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Kulturrevolution der 1968er Jahre wurden einige weitere bedeutende Entdeckungen gemacht, insbesondere das Penicillin und die Antibabypille. Das Penicillin war unter anderem wirksam gegen die Syphilis, eine der bis dahin gefürchtetsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Die Antibabypille versprach wirksamen Schutz vor ungewollten Schwangerschaften. Diese Entwicklungen ermöglichten jungen Menschen der 1968er Jahre (siehe auch 68er-Bewegung), eine Zeit der sexuellen Freizügigkeit einzuläuten, die unter anderem von einem erhöhten Grad an Promiskuität („Freie Liebe“) geprägt war.

Dies änderte sich schlagartig und radikal, als die tödliche Immunschwächekrankheit AIDS sich weltweit epidemieartig ausbreitete. Ihr Erreger HIV war für Medikamente nicht angreifbar; AIDS stellte sich als unheilbar heraus. Das Vermeiden einer Infektion trat in den Vordergrund und das Konzept des Safer Sex fand seinen Weg in das Bewusstsein einer breiten Öffentlichkeit. Große Werbeaktionen versuchen seither, die Menschen zur Beachtung der Richtlinien für „Safer Sex“ und insbesondere zum regelmäßigen und selbstverständlichen Gebrauch von Kondomen zu bewegen, um so der Ausbreitung von AIDS und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten entgegenzuwirken.

Die Entwicklung lebensverlängernder Medikamente für HIV-Positive und die Agitation politisch oder religiös motivierter Kreise, die meist Enthaltsamkeit als Alternative propagieren (siehe z. B. True Love Waits) haben die Aufklärung über Safer Sex seit dem Jahr 2000 ins Stocken gebracht. Insbesondere die katholische Kirche verbietet ihren Mitgliedern, bis auf wenige Ausnahmen, explizit den Gebrauch von Kondomen.

Funktionsweise

Safer Sex heißt, sich stets so zu verhalten, dass eigene Samenflüssigkeit, Scheidenflüssigkeit, Blut oder Blutspuren nicht in den Körper der Partnerin oder des Partners gelangen, und dass umgekehrt solche Körperflüssigkeiten nicht in den eigenen Körper gelangen.

Krankheitsauslösende Keime (Pilze, Bakterien, Viren etc.) befinden sich in unterschiedlicher Konzentration in verschiedenen Körperflüssigkeiten (Blut, Sperma, Vaginalsekret, Speichel etc.) und sind meist im Blut am höchsten, aber auch im Sperma und in der Vaginalflüssigkeit finden sich oft hohe Konzentrationen an Krankheitserregern. In anderen Flüssigkeiten ist die Konzentration zwar nicht Null, aber so gering, dass man davon ausgeht, dass die Infektionsgefahr beim Kontakt vernachlässigbar klein ist.

Ziel von „Safer Sex“ ist es daher, den Kontakt mit infektiösen Körperflüssigkeiten zu vermeiden. Da viele Keime durch die Schleimhäute (VaginaAnus, Eichel, Mund, Augen, Nase) aufgenommen werden können, ist es besonders wichtig, den Kontakt von Körperflüssigkeiten mit Schleimhäuten zu vermeiden.

Für verschiedene Sexualpraktiken gelten unterschiedliche Richtlinien für den Safer Sex. Generell gilt, je stärker die Beanspruchung des Gewebes (Harter Sex) ist, desto einfacher ist es für die Viren, in das Gewebe einzudringen. Generell sollte bei der Benutzung von Kondomen auch auf ausreichende Befeuchtung (Gleitgel) geachtet werden, um das Risiko eines Defektes zu verringern und die Beanspruchung des Gewebes zu begrenzen.

Vermeidung von Penetration

Viele Sexualpraktiken kommen ohne das Eindringen („Penetration“) in den Körper des Partners aus, diese werden meist dem Petting zugeordnet. Dringt der Penis des Mannes nicht in Vagina, Mund oder After des Partners ein, kann dorthin auch keine Samenflüssigkeit gelangen. Petting gilt daher als sicher, solange nicht Körperflüssigkeiten in den Partner oder auf offene Wunden befördert werden. Sperma auf unverletzter Haut (nicht auf den Schleimhäuten) gilt als sicher.

Es ist zu beachten, dass Petting zwar in Bezug auf die meisten Krankheiten als safe angesehen wird, dass es aber durch Petting zu Schwangerschaften kommen kann, was daran liegt, dass Spermien beweglicher sind als die meisten Keime. Es kann für eine Schwangerschaft genügen, wenn Spermaspuren in die Nähe der Vagina geraten.

Schutzmaßnahmen für den Vaginalverkehr

Wichtigste Schutzmaßnahme ist die Verwendung von Kondomen oder Femidomen, welche einerseits den Kontakt des Penis mit dem Vaginalsekret oder Blut vermeidet und andererseits das Eindringen von Spermien oder Präejakulat in die Vagina verhindert.

Schutzmaßnahmen für den Oralverkehr

Bei Fellatio sollte insbesondere auf die Einbringung von Sperma in den Mund- und Rachenraum verzichtet werden (kein Ejakulieren in den Mund), besonders das Verschlucken von Sperma birgt ein hohes Infektionsrisiko. Bei Wundstellen beziehungsweise bei entzündeten Schleimhäuten im Mund oder Rachen sollte auf Fellatio verzichtet werden, da dadurch ebenfalls ein erhöhtes Infektionsrisiko entsteht.

Beim Cunnilingus sollte der Kontakt mit Menstruationsblut vermieden werden, welches ebenfalls hochinfektiös ist. Während der Menstruation sollten also Schutzmaßnahmen wie Femidom oder Lecktuch ergriffen oder ganz auf Cunnilingus verzichtet werden.

Abgesehen von diesen Einschränkungen stellt der Oralverkehr jedoch nur ein vergleichsweise geringes Risiko dar. Insbesondere für den Partner, der sich oral befriedigen lässt – also den passiven Partner – ist das Risiko einer Infektion sehr gering. Man nimmt an, dass der Speichel einen virushemmenden Effekt hat. Das Restrisiko kann durch ein Kondom bei Fellatio, beziehungsweise ein Femidom oder Lecktuch beim Cunnilingus, noch weiter vermindert werden.

Schutzmaßnahmen für den Analverkehr

Der Analverkehr wird allgemein als eine Sexualpraktik mit sehr hohem Infektionsrisiko angesehen, insbesondere für Infektionen mit HIV. Unsachgemäß ausgeführter Analverkehr führt häufig zu Verletzungen, aus denen Blut austritt, das dann mit dem Penis des aktiven Partners in Kontakt kommt. Kondome verhindern hier den wechselseitigen Kontakt von Körperflüssigkeiten mit Schleimhäuten. Zusätzlich kann der Gebrauch von Gleitmittel das Verletzungsrisiko und damit das Risiko des Kontakts mit Blut weiter senken. Insbesondere verhindert das Kondom den Kontakt von Sperma mit der Darmschleimhaut, durch die Keime selbst dann aufgenommen werden können, wenn die Schleimhaut unverletzt ist. Da die mechanische Belastung des Kondoms beim Analverkehr oft höher ist als beim Vaginalverkehr, ist die Verwendung von besonders reißfesten Kondomen mit größerer Wandstärke empfehlenswert.

Schutzmaßnahmen beim Fisting

Das Fisting ist eine Sexualpraktik, bei der das Gewebe sowohl des aktiven Partners (Hand) als auch des passiven Partners (Darm, Vagina) stark belastet und gedehnt wird. Dadurch besteht ein großes Verletzungsrisiko und dadurch ein erhöhtes Risiko für Kontakte mit Blut. Das Verletzungsrisiko kann durch Gleitmittel vermindert werden. Ebenfalls empfehlenswert sind sauber geschnittene Fingernägel. Außerdem werden Latexhandschuhe empfohlen, die einen direkten Kontakt mit Blut an Wundstellen oder Schleimhäuten verhindern.

Umgang mit "blutigen" Sexualpraktiken

Auf blutige Sexualpraktiken, wie sie im Bereich des BDSM gelegentlich praktiziert werden, sollte für die Einhaltung von Safer Sex-Maßstäben verzichtet werden, wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass Erreger zwischen den Sexualpartnern von Wunde zu Wunde oder Wunde zu Schleimhäuten übertragen werden könnten. Das Risiko eines Kontaktes mit infektiösem Blut ist bei solchen Sexualpraktiken extrem hoch.

Sicherung von Sexspielzeug

Viele Menschen benutzen beim Sex Spielzeuge wie zum Beispiel Dildos. Sofern diese in den Körper eingebracht werden, können darauf Rückstände von Körperflüssigkeiten zurückbleiben, die ein Infektionsrisiko darstellen. Die gemeinsame Nutzung solcher Spielzeuge durch mehrere Personen sollte daher vermieden oder das Spielzeug durch Überziehen eines für jede Person frischen Kondoms gesichert werden. Vor und nach Gebrauch sollte das Spielzeug stets gereinigt werden.

Umgang mit Gruppensex

Beim Gruppensex besteht auch bei Verwendung eines Kondoms die besondere Gefahr, dass Körperflüssigkeiten auf der Außenseite des Kondoms zurückbleiben und von einem passiven Partner auf einen anderen übertragen werden. Diese Gefahr kann vermieden werden, wenn bei jedem Partnerwechsel auch ein neues, frisches Kondom benutzt wird. Dies erfordert eine hohe Disziplin, die jedoch oft nicht im nötigen Maß eingehalten wird. Gruppensex bietet daher auch bei Beachtung der Safer-Sex-Richtlinien ein höheres Restrisiko und sollte daher nach Möglichkeit vermieden oder eingeschränkt werden (möglichst wenige Partnerwechsel während eines Gruppenspiels).

Umgang mit Kondomen, Handschuhen und Gleitmittel

Kondome und Handschuhe aus Latex sollten mit Gleitmittel benutzt werden. Das Gleitmittel vermindert die mechanische Belastung des Kondoms oder des Handschuhs drastisch. Eine der häufigsten Ursachen für ein Reißen des Kondoms ist der Verzicht auf Gleitmittel. Bei der Wahl des Gleitmittels ist unbedingt darauf zu achten, dass es für die Verwendung zusammen mit Kondom oder Handschuh geeignet und freigegeben ist. Geeignet sind fettfreie Gleitmittel (zum Beispiel auf Glycerin- oder Silikonbasis). Fetthaltige Substanzen (wie zum Beispiel Öle) zersetzen das Latex, wodurch es durchlässig für Krankheitserreger wird oder reißen kann. Für die Verwendung mit fetthaltigen Substanzen eignen sich jedoch Kondome aus Polyethylen (PE) und Polyurethan (PUR). Kondome, deren Haltbarkeitsdatum überschritten ist, sollten nicht mehr verwendet werden. Kondome aus Automaten, die im Freien stehen, altern schneller aufgrund der Temperaturschwankungen.

Alkohol und andere Drogen

Alkoholisierte oder unter dem Einfluss anderer Drogen stehende Menschen treffen oft irrationale und unvernünftige Entscheidungen. Dadurch sind meist Hemmschwellen herabgesetzt und die Risikobereitschaft stark erhöht, wodurch bei den Betreffenden die Bereitschaft zu unsicherem Verhalten steigt. Gelegentlich kommt es sogar zu Sex, während einer der Partner bewusstlos ist und selbst nicht mehr auf die Einhaltung von Safer Sex achten kann. Übermäßiger Alkoholgenuss und die Einnahme anderer Drogen ist daher im Sinne von Safer Sex nicht empfehlenswert.

Aufklärung und Wissen

Eine wichtige und sinnvolle Ergänzung zur Beachtung der Richtlinien für Safer Sex ist ein umfangreiches Wissen um die Infektionswege und Symptome verschiedener Krankheiten. Viele „handwerkliche“ Fehler können vermieden werden, wenn man über Sinn und Wirkungsweise der verschiedenen Schutzmaßnahmen gut Bescheid weiß.

Quelle: Safe Sex

Autor - Escort Berlin
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Synonyme: Safe Sex,Safer Sex,Geschützter Sex

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